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Nachruf                                                                                               16.03.2020

Liebe Vereinsmitglieder,

heute heißt es Abschied nehmen von unserem Vereinsgründer Ehrenfried Hobbach. Als Fred Anfang der 50er Jahre als Neuwieder nach Rawisch kam, nahm er vom Rheinland eine Vision mit. Nach der Heirat mit Gerda und Integration in das dörfliche Leben setzte er 1956 seine Idee, die Gründung eines Schützenvereins in Rai-Breitenbach um. Da dies ein öffentlicher und amtlicher Akt war, wurde dies vom Ortsdiener ausgeschellt. Hiermit wird bekanntgemacht, dass am 9. Mai 1956 im Gasthaus zum Haischwirt eine Versammlung zur Gründung eines Schützenvereins abgehalten wird“. So könnte der Satz gelautet haben, den der  damalige Ortsdiener Leonard Fischer, in den  Straßen von Rai-Breitenbach, Anfang Mai 1956 bekannt gab. Und so begann auch die Geschichte seines Lebenswerkes in seiner Nachbarschaft, denn die Wahl für das Vereinsheim fiel auf das Gasthaus zur Krone, wo der Tanzsaal als kleiner Luftdruck-Schießstand hergerichtet wurde. In diesen Jahren  gründeten sich mehrere Schützenvereine im damaligen Landkreis Erbach. Fred arbeitete zielstrebig an der Weiterentwicklung des Vereins. Bereits 1957 fanden Preisschießen statt. Die Schützen kamen aus dem nahen Bayern bis hin nach Darmstadt ja sogar Bad Nauheim. Auch Vereinsausflüge mit Freundschaftsschießen wurden durchgeführt. „Einer der kulturellen Träger der Gemeinde Rai-Breitenbach, der Schützenverein“ so das Zitat eines Zeitungsauschnittes aus dem Jahre 1962 verweist auf die Aktivitäten des Vorstandes, von Fernwettkämpfe mit sogar französischen Vereinen wie Mühlhausen und Straßburg.  Im gleichen Zeitungsausschnitt wurde auf  die großen Pläne des Vereins  über die Errichtung eines Kleinkaliberschießstandes berichtet. Der damalige örtliche Förster Justus Friedrich war es, der sie Idee hatte den Schießstand im ehemaligen Steinbruch zu planen dem heutigen Standort des Vereins. Bereits im August 1962 begann man im Steinbruch mit planierungsarbeiten. So wurde die Baumaßnahme mit einfachen Mittel und keinen finanziellen Rücklagen, aber viel Idealismus vorangetrieben. 1970 war es dann soweit, der erste Bauabschnitt, ein Aufenthaltsraum mit Schießstand wurde eingeweiht. So entstanden weitere Aktivitäten wie Fernwettkämpfe mit Teilnehmern aus ganz Deutschland. Daraus entwickelte sich die Freundschaft zu den Schützen in Günz im Allgäu. Zu diesen gegenseitigen Besuchen werden sich die älteren Anwesenden sicher gerne erinnern. Trotz immer knapper Kassen, war Fred seiner sozialen Ader gefolgt und richtete über Jahre das Schießen zur Gunsten der  Aktion Sorgenkind aus. Die Erlöse wurde für die gute Sache gespendet. Nach 25 Jahren der Vereinsführung gab Fred den Vorsitz 1981 ab und setzte sein Wissen als Rechner für 15 weitere Jahre ein. Mit Freude verfolgte er die sportliche Entwicklung seines Vereines mit Erfolgen bei Meisterschaften und Rundenwettkämpfen. So konnte der Verein über die Jahre viele Erfolge als Hessen-, Deutscher und Europameister ja sogar einen Olympiasieger feiern. Letztendlich Erfolge seiner Vorarbeit.
Auch in anderen Bereichen war er aktiv.
1998 zur 1200 Jahr Feier übernahm Fred noch einmal Verantwortung  als Rechner im Vereinsring. Auch als begeisterter Briefmarkensammler war er im Vereinsring mit der Durchführung seiner Briefmarkentauschtage über die Grenzen von Breuberg hinaus bekannt und geschätzt.
Für sein Engagement wurde ihm der Ehrenbrief des Landes Hessen und die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Der Schützenverein würdigte sein Wirken durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und der Vereinsring ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Ebenso war Fred Ehrenmitglied im Schützenverein Günz im Allgäu.     
Wir werden Fred und Gerda ein Ehrendes Andenken bewahren

Karl-Heinz Heil
1. Vorsitzender

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